Wetter in New Delhi

Dienstag, 3. Februar 2009

Proper Ding

"ohohoh du hübsches ding
ich versteck mein ehering
klinglingeling wir könntens bring
doch wir nuckeln nur am drink"
(checkt aus: DJ Morgoth - Proper Ding (Feat.Eric Prydz vs. Pink Floyd vs. Seeed)

Wo waren wir stehengeblieben? Richtig, im Urban. Wozu oben genannter Text recht gut passt. Kommen wir also zum nächsten Move, den man dort, aber auch wirklich überall sieht. Den können nicht nur verwöhnte Süd-Delhi Boys tanzen, sondern auch Punjabi Uncles mit Turban, die deutlich die 50 überschritten haben, weswegen man ihn auch häufig auf Hochzeiten sieht

Körperliche Ertüchtigung

Ich rede vom: "Zeigefinger" Er erfordert eher wenig Beinarbeit, dafür aber umso mehr Durchaltevermögen im Armbereich. (dazu zu empfehlen: Tigerstyle - Nachna Onda Nei, Track 9 auf dem Sampler Nr. II) Man stelle sich hin, strecke die Arme zu beiden Seiten aus und winkelt den Arm an, so dass beide Unterarme ein halbes Viereck bilden. Jetzt bitte beide Unterarme ein bisschen nach vorne justieren. Dann die Hand locker schließen und den Zeigefinger ausstrecken. Jetzt abhotten, d.h. beide Hände in einer Art Zeigebewegung schnell vor und zurück werfen und sich dabei an die Achtel halten - dabei allerdings vorm Kopf bleiben. Profis zeigen den Trommelrhythmus oder den Gesang nach oder federn die Unterarme permanent nach oben weg. Die Beine sind halb so schnell und gehen auf die Viertel. Links-rechts-links-rechts. Der Oberkörper kann machen was er will, er geht meistens mit den Beinen mit. Oder vor und zurück...je nachdem wie heiss es einem unter dem Turban wird.
Üben lässt sich mit allem, wo Bhangra draufsteht, zb Track 10 meines Samplers Nr. 2 ;)
Wie nicht anders zu erwarten hat das Hochladen auf Rapidshare allerdings nicht so ganz geklappt, bitte habt etwas Geduld mit Sampler Nr. II. Er braucht nur noch eine schnelle Internetverbindung!

Der "Wäschewachen" ist etwas leichter zu beschreiben. Der Move ist übrigens Courtesy by Michael... Stellt euch einfach vor, ihr hättet ein Waschbrett auf beiden Oberschenkeln liegen. Beide Hände bearbeiten die Wäsche darauf. Mal links, mal rechts, mal links...you get the idea.. Dabei kann man wunderbar dumm gucken. Da bei beiden Moves die Unterarme angewinkelt sind, sind fliegende Wechsel zwischen Zeigefinger und Wäschewaschen und Zeigefinger sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

Auch dieser Move ist freundlich zu den Beinen.
Deswegen gibts beim nächsten Mal den "Punjabi-Beinhakeltanz", der wie man sich denken kann, zwei Menschen und mindestens 4 Beine erfordert.

Und jetzt hätt ich gern ne Webcam an eurem Rechner installiert....

Ich weiß was ihr gerade tut. Heute noch auf diesem Blog, morgen auf failblog...

Warum man besser nicht nach Mangalore fahren sollte

Kommen wir kurz zu was Ernstem. Während man in Delhi fröhlich tanzt, gibt es in einigen Teilen des Landes, nunja, Meinungsverschiedenheiten. So haben letzte Woche in Mangalore (Staat Karnataka) ca. 40 Männer der selbsternannten hindu-nationalistischen Sittenpolizei Sri Ram Sena eine Bar gestürmt und die dort anwesenden Frauen verprügelt. Auch die Männer, aber das Ziel waren definitiv die Frauen, welche "sich nicht gemäß der indischen Werte und Traditionen verhalten würden. Die rechts-gerichtete Organisation verteidigte sich damit, dass es Beschwerden aus der Öffentlichkeit gegen die dort anwesenden Frauen gegeben hätte. Wer sich die TV-Berichterstattung, die erschrecken nahe am Geschehen war, ansehen will, klickt bitte hier.
Von diesen Geschehnissen scheint Delhi weit entfernt zu sein. So weit, dass einige Tage später im "Kuki" eine Protestparty namens "Divas on Top" veranstaltet wurde. Die Einladung, die ich per Facebook Nachricht (eins der wenigen Wege um Party-News zu kriegen) erhalten habe, liest sich so:

"A Special Night dedicated to women, As we protest the inccident in Mangalore PUB, the way women were treated.We at Kuki celebrate the power of women in Indian society.All the ladies get all the drinks on the house. along with this we have famous social people and organisations coming to support this event.
So far following is confirmed

Malini Ramani Gives one special outfit for one of the ladies

Rohit Gandhi & Rahul Khanna- One outfit

Abhishek Gupta& Nandita Basu- surprise Gift

Dayal opticals-Two desighner sunglasses

Deepika Mehta- Designer Jewellery gift voucher

Blanco rest. - Gift voucher for dinner and drinks"


Incredible India. (wer auch immer diesen Slogan "erfunden" hat, wäre Milliardär wenn er 1 cent für jedes Mal kriegen würde wenn das jemand sagt)

Sri Ram Sena ist kein neuer Hut - es gärt schon seit längerem unter der Oberfläche des weltoffenen, modernen Indiens - genug Leute kriegen immerhin von der Öffnung nach Westen nichts mit, oder verlieren dabei.
Und obwohl der Inder an sich eher friedlich ist, so entfaltet er doch vor allem in einer aufgeheizten Gruppe eine enorme Gewalt. Selbstjustiz ist kein Tabu in einer Gesellschaft, in der man der Staatsmacht nicht vertraut. Das zeigt sich am ehesten dann, wenn es einen Unfall mit stark verletzten oder Toten gegeben hat. Dann sollte man sich als Unfallverursacher (oder Fahrer des größeren Wagens) schleunigst aus dem Staub machen, da man - ob schuld oder nicht - durchaus Gefahr läuft, von einer Menschenmasse verprügelt zu werden.Ich habe schon von Leuten gehört die immer 2 Knüppel im Auto haben...

Das ist jetzt natürlich wieder schwierig, in die Wochenendsberichterstattung einzusteigen, aber was muss das muss.

Freitag: 3 Clubs, 5 Uhr, 0 Rupees.

Freitag abend war der Lohn für harte Arbeit. Zur Information: Ich komme momentan vor halb 9 nicht aus dem Büro... Unser neuer Vorgesetzter ist daher mit uns Party machen gegangen. Regel dabei: NICHT ÜBER BUSINESS REDEN! Hat ganz gut geklappt, wenn man auch immer wieder auf solche Themen kommt.. Zuerst waren wir im "ai", wo wir auf der Gästeliste standen dank Leonies Connections. Das Thema des Abends hieß "Samba Sushi" - ja richtig, es gab Samba und es gab Sushi. Warumauchimmer. Auf jeden Fall waren die Sushi und vor allem die marinierte Garnele ein echter Gaumenschmaus, besser kann ich mir Essen aus dem Meer gar nicht vorstellen. Außerdem hab ich mir mal wieder eine kubanische Zigarre gegönnt. Nunja...sagen wir eher, ich hätte ja, aber sie wurde mir bezahlt. Wie eigentlich alles an diesem Abend. Hm, auch ein Weg um bezahlt zu werden. Diese Zigarre brachte interessanterweise 2 indische Mädels auf den Plan, ihre Zigaretten daran anzuzünden. Und bevor hier spekuliert wird, ja, sie wollten nur das. Kurz danach kamen ihre Boyfriends an. Und nein, mein Feuerzeug wollten sie nicht. Der Inder an sich glaubt ja nicht an die deutschen Kneipenwahrheiten wie: "Zigarette an einer anderen Zigarette anzünden, das gibt schwule Kinder" und macht sowas ständig. Vermutlich wollten die Mädels ihre Poshness auf ein neues Level bringen und ihre Zigaretten quasi mit nem 500 Rupien-Einmalfeuerzeug anmachen.

Die Party war eigentlich erst am Starten, da war sie auch schon leider vorbei. Da sie nämlich auf dem Dach einer Mall (Emaar MGF Metropolitan) stattfand, musste die Musik um 1.30 Uhr aus sein. Ca. 70% des Publikums machte sie auf zum Ashok Hotel, wo die einzigen Clubs sind die bis in die Früh offen haben: Die F-Bar und das Capitol. Wie das mit dem Monopolismus so ist, sind beide lächerlich überteuert. Aber diesmal wir eine DJane (weiblicher Diskotheker) dabei, die irgendwie die Leute an der Tür kannte, uns alle umsonst einschleuste und nen Platz im VIP-Sesselbereich klar machte. Wo sich 2 Kellner nur um uns kümmerten. Wir sind da trotzdem recht flott wieder raus, da wir leider VIPs in nem recht leeren Club waren...

Also weiter in die F-Bar. Dort war die Musik sogar ganz gut, weil mal auswärtige DJs auflegten und nicht der typische Bollywood Einheitsbrei lief. Hat auch sehr viel Spaß gemacht, weswegen der Abend so ca. gegen 5 Uhr morgens endete.
Am nächsten Tag konnte ich dann endlich mal wieder lange ausschlafen und habe mich dann zum South Ex Market aufgemacht, wo ich meine Brille bei "Zeiss" habe fixen lassen (für lau, das hatte ich nicht erwartet in Indien) und mir neue schicke Schuhe für die Arbeit gekauft habe. Momentan ist Winter-Schlussverkauf, also 50% Rabatt auf alles. Hervorragend!

Ein Wiedersehen mit Rohit und Tej und die Suche nach dem Rock.

Samstag abend habe ich mich dann mit Rohi getroffen. Rohit ist ein alter Bekannter von Marie von ihrem letzten Praktikum in Bhopal. Er ist jetzt Pilot und fliegt für Air India/Spicejet. Er war aufgrund der Arbeit in Delhi. Nach einem Essen in der Def Col haben wir Tej (ein 1,90 großer Sikh) getroffen und uns auf der Suche nach dem College Band Contest an der Uni gemacht - leider war der schon zu Ende, weil er um 12 Uhr mittags angefangen hatte...Also weiter ins Café Morrisson, um wenigstens Rock aus der Konserve zu bekommen. Leider war es dieses Wochenende nicht so cool wie vorletztes Wochenende, was unter anderem daran lag, dass gleichzeitig im Fernseher das Cricket-Spiel Indien - Sri Lanka lief. Es wurde ziemlich spannend (wenn man das bei Cricket überhaupt so nennen kann), und so starrte irgendwann die halbe Bar gebannt auf die Bildschirme. Jetzt weiß ich wenigstens so langsam, was eigentlich bei diesem Spiel passiert. Rohit und Tej sind 2 echt lockere, lässige, unversnobbte Inder, die sogar etwas jünger als ich sind, aber natürlich schon beide arbeiten.

Da auch das Morrison nicht der Hit war, hatten wir uns entschieden, noch ein bißchen zu Hause abzuhängen und die Reste von Alex' Abschiedsparty zu vernichten. Es wurde dann zwar nicht mehr so ausschweifend, aber ein entspannter, wirklicher netter Abend mit viel Geschwätz wurde es dennoch.

(Noch) ein Brunch und ein Ausflug nach Tughlaqabad.

Da Erik immernoch deutsches Frühstücksmaterial vorrätig hatte, haben wir uns wieder dort getroffen und ihm bei der Erledigung seiner Essens-Mission geholfen. Besonders spezial an diesem Brunch: Bratapfel.

Es kommt auf die Präsentation an.
Ich weiß, ihr seht das jeden Tag. Ich find es großartig.
Wie gesagt, die Präsentation....die macht's
Eine Dachterasse mit Potenzial.
Mein Büroturm mal aus anderer Perspektive.
Was der Zoll nicht einsackte...



Danach machten wir uns (5 Jungs: Erik, Fabian, Sebastian, Jacob und ich) auf nach Tughlaqabad. Es war ein bißchen schwierig, einen indischen A-Team Bus zu finden, der unseren Ansprüchen genügte und dessen Fahrer bereit war, zu einem vernünftigen Preis uns an den Stadtrand zu karren.

Dieser Van sieht nicht nur klein aus, er ist es.



Ich hoffe, die musikalische Untermalung ist laut genug...

Da ich ja schon mit meinem Vater da war, hatte ich den "Insider"-Tip gegeben und verdammt, es war diesmal noch beeindruckender. Und viel schöner, da die Sicht ziemlich gut war und auch keine Bauarbeiter nicht mehr auf dem Gelände wohnten. Scheinbar hatten die innerhalb eines Monats alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen und waren weitergezogen! Während Jacob, Fabian und Sebastian Spiderman-, und Lonesome Rider mäßig durch das Gelände streiften und dabei ca. 6,8 km auf Mauerresten kletternderweise zurücklegten, hab ich nur auf erhöhtem Gelände gesessen und die Aussicht, bzw. den Sonnenuntergang genossen.

Dicke Mauern sind dick.
Blick nach Norden. Im Dunst: Nehru Place und Lotus Tempel.
In Ruinen.
Zu wenig Auslauf...
3 germans and 1 Englishman in New Delhi. Die Band.
Der Hinterhof von Delhi.
Slumbad Millionär.
Profil in the wind.
Plötzlich mitten in Ruinen: Eine Hundefamilie!



Die hätte man ja am liebsten mitgenommen...
Mal ein anderes Gruppenfoto
5 Jungs + Sonnenuntergang = Schabernack.
Jaaa, liebe Fußballfreunde. Damit möchte ich Sie verabschieden und Ihnen eine geruhsame Nacht wünschen. Seien Sie wieder dabei, wenn es wieder heisst: Was macht Benni eigentlich?




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