Wetter in New Delhi

Samstag, 18. Oktober 2008

I walk in the park, dancing in the dark

Hi!
Gestern war in Indien ein besonderer Tag - es war Karva Chauth. An diesem Tag fasten verheirateten Hindu-Frauen einen ganzen Tag lang für das lange Leben ihres Ehemannes. Das heisst, von Mondaufgang in der Nacht vor dem 17. bis Mondaufgang in der darauffolgenden Nacht wird weder gegessen noch getrunken, während am Tag die übliche Arbeit getan wird. Die Frauen ziehen sich an diesem Tag besonders festlich an und tragen viel Henna auf und Zinnoberpulver am Haaransatz. Das Fasten wird dadurch gebrochen, dass der Mann der Frau bei Mondaufgang die erste Speise und Wasser reicht.

In Deutschland würde das Protest à la "Das is ja schon so ne Art Unterdrückung des weiblichen Geschlechts durch das großbürgerliche Patriarchat und so.." erzeugen, aber hier hat dieser Tag etwa den Status und den Beliebtheitsgrad des Valentinstags.

Mangels Ehefrau musste ich mir allerdings gestern abend überlegen was ich so mit meinem Wochenendabend anfangen soll... Zum Glück hat mir das Delhi-Stadtmagazin das "Torquoise Cottage" empfohlen, das ist eine Art Rockkneipe mit Tanzfläche und dem Bierpreis von 170 Rupien (ca. 2,60 Euro). Bands die gespielt wurden: Metallica, Pearl Jam, Rage Against The Machine, Elvis Presley, Queen, Goo Goo Dolls, The Wonders ("That thing you do", eins der ersten Rocklieder die ich gehört hab..), etc... Toll zu sehen wie in Indien darauf abgegangen wird, war echt eine nette Stimmung, einfach Spaß :)
Um eins war allerdings schon Schluss, das ist hier relativ üblich, vor allem da der Samstag für viele Inder ein Werktag ist.

Für mich ja zum Glück nicht und so konnte ich heute erst mal richtig lange ausschlafen. Heute war wieder ein richtig heißer Tag, die 30° hat's hier locker überschritten. Gegen 16 Uhr hab ich mich dann zum Khan Market fahren lassen. Das ist der teuerste Einzelhandelsstandort Indiens; laut einer McKinsey-Studie kostet 1 m² 200 € Miete! Das Ding ist, in Indien sieht man das nie an den Häusern, sondern nur an dem was drin ist. Hier findet man eine Menge westliche Läden, meist Klamotten und Juweliere und das Publikum sieht auch aus, als müsste es sich keine Gedanken über die Finanzen machen. Die Häuser allerdings würde man in Deutschland wahrscheinlich sofort abreißen...

Auf meinem Weg zur nächsten Station, den Lodhi Gardens sah ich dann auch, warum es hier so viel kostet: Drumherum wohnen und arbeiten Minister und Generäle, alle mit eigenem Stacheldraht und kleinem Wärterhäuschen und Vollverzäunung.
Einen Besuch in den Lodhi Gardens wollte ich machen, da einem in Delhi ein bißchen Grün wirklich nicht schaden kann, und es außerdem auch architektonisch einiges zu sehen gibt, da hier Mausoleen aus der Mogul-Zeit stehen. Genauer gesagt, hat sich hier die Lodhi-Dynastie aus dem 16. Jahrhundert verewigt. Zudem sind eine Menge Vogelarten hier heimisch, welche in ihrer Masse ganz schön laut sind. Bei jungen, verliebten Dilliwalas (Delhi-Bewohner auf indisch) ist dieser Park zudem auch sehr beliebt, um ohne Geld auszugeben eine angenehme Zeit zu verbringen. Auch ich fand diese Gärten einfach schön, es war genau das was ich gebraucht habe. Glücklicherweise bin ich in der Magic Hour vor Sonnenuntergang angekommen und hab auch noch die Beleuchtung der Bauten mitbekommen..




Sheesh Gumbad

Bara Gumbad

Seitenbau von Bara Gumbad

Ein genauer Blick auf das Muster des obigen Torbogens...

Bara Gumbad von meiner Sitzbank aus...

Palmen umringen...

..Muhammad Shab Savyid's Tomb

Last but not least: Skandar Lodhi's Tomb

Nicht schlecht für einen "Friedhof".
Wieder zurück im hektischen Treiben, habe ich mir bei Colonel Kabab's ein Chicken Kabab mit Reis und den obligatorischen Zwiebeln geholt. Ihr hört richtig: Zum Essen gibt's in Restaurants immer rohe Zwiebeln mit einer grünen, scharfen Soße dazu. Der "Plain Rice" enthät zudem ganze Zimtstückchen. Die Inder wissen wie man kocht, das muss man ihnen lassen.

Übrigens: Ich habe jetzt ein Headset! Wer mich also antelefonieren will, kann dies über Skype tun. Mein Nickname ist Metalhesse oder Benjamin.Klement.

Namasté
Benni

1 Kommentar:

Christian hat gesagt…

Alter Verwalter. Ich werde Marin versuchen Essen und Trinken über den Tag zu entziehen. Da wir in unserer Kellerwohnung nicht mitbekommen haben, wann der Mond auf/unter geht, muss ich mir da noch was anderes cooles ausdenken.
Es lebe das Patri-dings-bums ;)