Guude!
Heute ist etwas ungeheuerliches passiert: Der Auto-Riksha-Fahrer hatte eine Brille auf und der Meter war an! Für den Nicht-Indienkenner: Jeder Reiseführer sagt, dass man bloß mit Rikshas fahren soll, die den Taxometer (Meter) anmachen. Da frag ich den Reiseführer, wie zur Hölle man sich denn so fortbewegen soll? Auf jeden Fall ist uns jetzt bewusst, dass die Fahrt von Zuhause bis zur Arbeit laut Meter 25 Rupien kostet und nicht 40 wie sonst üblich. Naja, das ist der Unterschied von 27 cent auf 40 cent, aber es geht hier immerhin ums Prinzip!
Die Arbeit ist schön, es ist sehr relaxt und ich möchte etwas nachtragen von gestern: Ich habe nämlich zum deutsch-indischen Wissenstransfer beigetragen! Es ging um die Anbringung des Klopapierhalters. Eigentlich keine große Sache. Aber für indische Handwerker, die nie Klopapier benutzen (Wie gesagt....linke Hand und Duschbrause rein), ist dies eine sehr ungewöhnliche Aufgabe. Und ich, als erfahrener Toilettenbenutzer wurde gestern zur Hilfe gerufen als es darum ging, die richtige Position für den Klopapierhalter zu finden. Dass die Inder damit Schwierigkeiten haben, darf ich jeden Tag am eigenen Leib erfahren. Immerhin ist der Papierhalter in meiner Toilette links hinter der Toilette (siehe unten Bild meines Bads), wo man auch als Schlangenmensch nicht hinreichen kann. Fachmännisch maß ich also den richtigen Abstand (nicht zu weit, damit man sich nicht strecken muss und nicht zu eng, damit die Knie heil bleiben) aus und so geschah es. Heute konnte ich schon das Ergebnis begutachten, und ich muss sagen, es passt perfekt!
Heute gab es auch den ersten Stromausfall im Büro. Zwar nur für ca. 10 Minuten, aber wenn Klimaanlage, Ventilatoren und so mancher PC plötzlich ausgehen, ist das schon etwas seltsam.
Was sonst? Handytechnisch bin ich sehr froh, dass ich nicht in das gleiche Schlamassel wie Marie geraten bin. Die indischen Prepaid-Anbieter erfreuen einen nämlich mit Bestätigungsanrufen, in denen man seine persönlichen Daten angeben muss. Wenn man das nicht macht (beispielsweise, weil man nicht an das Telefon geht), kann es einem schon mal passieren, dass man das Handy gesperrt bekommt. Super!
Ich hab Marie am Nehru Place zum nächsten Airtel-Store begleitet. Dieser Ort ist noch etwas deprimierender als der T-Punkt und doppelt so gut gefüllt mit Menschen. Da stand ich nun davor und sah um mich herum lauter Menschen, die Computer kaufen wollen. Wie vielleicht schon erwähnt, der Nehru Place ist DER Bazar für Computer und Elektronik in Delhi. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Mann unter einer Treppe steht und Hewlett-Packard Tintenpatronen verkauft. Oder ein Mann mit einem Hocker und einer Holzkiste das Nachfüllen von Tintenpatronen und....LaserTONERN anbietet! TONER! Die Dinger, die zumindest in der Uni wie die Pest behandelt werden, die man in den Sondermüll wirft und angeblich Krebs erregend sind... Wie auch immer, dieser Mann füllt sie nach. Ich hoffe, der tropfende Kanister neben ihm enthält nur Wasser. Auch toll: Der Buchladen mit SAP- und Management Literatur, der folgendes Angebot hat: "1 book - 50 Rupees, 2 books - 100 Rupees!" . Ohne Worte. Ohne. Worte. Wer einen "Computer-Inder" braucht, schickt mir bitte einen entsprechenden Aushang in Englisch, die Wände in diesem Viertel sehen alle aus wie die Philfak...
Heute abend wollten wir eigentlich zu so einer Art Licht-, Wasser- und Musikshow am Arkshaham Tempel, ein sehr neuer, beeindruckender Tempel. Das konnten wir schon vom Tor aus sehen. Leider begann die Show um 19 Uhr und wir waren um 18.45 Uhr da. Hätten wir doch riechen können, dass um 18 Uhr der Eingang dicht gemacht wird! Wunderbar, dachten wir, nach der halbstündigen Riksha-Fahrt für 150 Rupien gönnt man sich ja sonst nichts. Glücklicherweise rief dann Gabriel an. Gabriel arbeitet in der Nähe von Delhi bei Porsche und fragte, ob wir nicht mit zum "Yum Yum Tree" in der New Friends Colony wollen. Das war eine willkommene Alternative, denn: Für 625 Rupien (etwas weniger als 10 Euro) gibt es: Eine Vorspeise, eine Hauptspeise, Beilage, All-you-can-eat am "Förderband" (à la Sushi-Bar) und....so viel Bier wie man trinken kann! PROFIT! Außer Gabriel hab ich dann noch 3 andere Praktikanten/Angestellte von Porsche India kennengelernt. Bei denen werde ich morgen auch zugange sein, wenn Rinderfilets auf den Grill geworfen werden. Ich habe KEINE Ahnung, was es hier braucht, um Rinderfilets zu bekommen, aber wenn man die richtigen Leute kennt, geht so einiges. Die Übergabe von Rinderfleisch, so habe ich mir sagen lassen, läuft auf jeden Fall so ab, als würde man gerade 4 kg Heroin überreichen....
Gute Nacht!
Benni
„Totgeglaubte…“
-
… leben länger!“ – Und mit diesem Zitat „der Firma“ sowie einer nochmals
frisch frisierten Seite reanimiere ich diesen digitalen Friedhof zur
Finalrunde vo...
vor 17 Jahren


2 Kommentare:
wie groß ist so ein Computer Inder denn? ich frag nur, weil Du ja nur 20 Kilo Freigepäck hast. Und was gibt man dem zu essen?
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