Wetter in New Delhi

Sonntag, 19. Oktober 2008

Shake dat big onion!


Das Zwiebelpaket. Halb leer/voll.

Endlich habe ich ein Land gefunden, in dem die Leute genauso wie ich denken, dass man Zwiebeln auch roh essen kann. Eigentlich treiben sie es noch weiter und sagen sich: Lass uns diese Zwiebeln mit einer grünen, scharfen Soße garnieren.
Dieses oben gezeigte Päckchen zeigt die Beigabe, die man in Indien fast in jedem Restaurant bekommt, als wäre es Wasser. Manchmal sind es einfach auch nur kleine Zwiebelchen in Radieschengröße, die man dann quasi als Finger-Food verspeist.

Aber eins nach dem anderen: Heute ist wieder mal Sonntag und ich machte mich auf ins Grüne. Genauer gesagt, in den Zoo. Ich war lange nicht mehr in einem Zoo, aber ich weiß definitiv noch, dass die deutschen Gehege alle etwas größer sind und etwas fantasievoller gestaltet sind als in Delhi. Besonders umgerissen hat das tierische Angebot allerdings nicht. Man muss aber auch dazu sagen, dass selbst ich als Westler nur 50 Rupien (ca. 80 Cent) Eintritt bezahlt hab. Inder bezahlen übrigens 10. Am lustigsten sind die Affen gewesen, besonders jene die aus dem Gehege ausgebüxt sind und auf den Wegen rumgelaufen sind. Die Reaktion der Inder auf einen Affen ist im Übrigen vergleichbar mit der Reaktion eines Deutschen auf einen kampflustigen freilaufenden Rottweiler. Umso mehr freut sich der Inder, wenn ein Tier in einem Käfig sitzt. Dann wird auch mal gern der Löwe angefaucht oder ein Steinchen in die Nähe des schlafenden Bären geworfen, damit mal ein bisschen Aktion in den Zoo kommt...


Oooochjeeeee...

So lagen die 3 Kameraden die ganze Zeit rum...

Warum sind die coolen Tiere immer so weit weg?

Indisches Rhinozeros

Toller Baum.

Danach war ich noch im alten Fort, dem Purana Qila. Nachdem seit 1000 v. Chr. hier gesiedelt wurde, haben die Mogule es im 16. Jahrhundert einfach draufgesetzt (Irgendwie denke ich bei dieser Herrscherbezeichnung immer an böse Charakter aus Disney-Filmen..) Das Mogulreich war moslemisch und dauert von der Mitte des 16. Jahrhundert bis 1858 an. Dann haben die Briten in Indien das Ruder übernommen. Man sagt übrigens, dass die Briten den Indern 2 Dinge hinterlassen haben: Die Eisenbahn und viel Papierkram.
Was die Mogul den Indern hinterlassen haben, ist vor allem viel Architektur. Deswegen denkt man auch, gerade in Delhi, dass man eher in einer arabischen Stadt gelandet sei. Die Dimension und Mauerstärke ist zwar kleiner als das rote Fort (siehe unten), aber ebenfalls beeindruckend. Schön an diesem Fort ist, dass es nicht die Touri-Destination Nummer 1 ist und von den Einheimischen eher als Picknick-/Erholungs-/Kuschelort genutzt wird. Es ist nie so ganz klar, welche Teile des Monuments zu betreten sind und welche nicht. Es findet sich immer ein Mauerabschnitt, der gerade von irgendwelchen jungen Indern entdeckt wird. Es lohnt sich allerdings, ihnen zu folgen und die "Aussicht" zu genießen. Ich hoffe ja immernoch auf eine klare Sicht und/oder eine Aussichtsplattform, aber ich glaube, die Inder haben die Hoffnung aufgegeben, jemals 10 km weit in dieser Stadt schauen zu können, und lassen die Errichtung solch einer Einrichtung sein.


Irgendwo in der Nähe muss es viel Sandstein geben...

Palmen!




Warum drängen sich diese Inder alle auf dem viel zu kleinen, ungesicherten Mauerrest? Ist es der Glaube ans Karma? Oder einfach, weil sie's können? Auf jeden Fall fühlt sich der Typ unten zuständig und scheucht sie weg. Sehr schön zu sehen auch die typische Männermode in Indien: Hemd (eher lang) in verschiedenen Brauntönen, in die Hose gesteckt, Gürtel, fertig ist der Indien-Look.

Vordergrund: Zoo, Hintergrund: Größte Moschee Indiens. Überall: Delhi-Dunst.

Richtung Noida (Vorstadt) sieht's auch nicht besser aus. Eher schlechter.

Namasté
Benni

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ohha! na da bist du ja gut aufgehoben mit den Zwiebeln :)

Der Baum ist echt cool! Das sind Stelzwurzeln - hab ich in Botanik gelernt, yippieh!

Der Delhi Dunst ist ja wirklich schon sehr... allgegenwärtig...